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Was macht ein Fischerdorf zu einem quirligen Seebad? Die Lage am Meer muss stimmen, genau wie die Badewasserqualität und die klimatischen Verhältnisse. Nicht zu vergessen: Eine Strandpromenade darf nicht fehlen. Kriterien, die das um 1200 gegründete und 1323 von Rostock eingemeindete Warnemünde schon vor knapp 160 Jahren mühelos erfüllte. Heute ist das Ostseebad in Mecklenburg-Vorpommern eines der beliebtesten deutschen Reiseziele. Mehr über Warnemünde
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Warnemünde UrlaubZwar ist Heiligendamm bei Bad Doberan Deutschlands ältestes Seebad, dafür ist Warnemünde mit seinen knapp 6000 Einwohnern reicher an Geschichte und vielen damit verbundenen Geschichten. Links und rechts des Flüsschens Warnow, das hier in die Ostsee mündet, von Slawen erbaut, wird der dann von Friesen und Niedersachsen besiedelte Ort dann erstmals 1195 in dänischen Urkunden namentlich erwähnt.Die Siedler hätten sich im Leben nicht träumen lassen, dass irgendwann in ferner Zukunft mal Hunderttausende ihr idyllisches Fleckchen besuchen würden, angelockt von Spektakeln wie dem in ganz Norddeutschland beliebten Drachenfest, Volksfesten wie dem „Warneminner Ümgang“ und Sonnenbaden und erholsamen Spaziergängen an kilometerlangen Sandstränden. Ganz zu schweigen von der imposanten Windjammerparade mit rund 300 Groß- und Traditionsseglern, die allein anlässlich der „Hanse Sail“ alljährlich am zweiten Wochenende im August rund eine Million Zuschauer nach Warnemünde lockt. Beginnt man am sogenannten „Teepot“ einen Spaziergang entlang der Seepromenade hinter den Dünen, so begeht man gleichzeitig einen in Deutschland einzigartigen Pfad: den Planetenwanderweg, an dem die Sternwarte Rostock Schautafeln aufgestellt hat, die auf knapp zwei Kilometern einen lesenswerten Einblick über den astronomischen Stand der Dinge und Sterne in unserem Universum bieten. Interessant: Würde man Warnemündes Lage geografisch von oben betrachten, so erinnert die Region sehr an Venedig. Was dort der Canale Grande ist, schlängelt sich hier als Alter Strom in Richtung Ostsee. Die Lagune vor dem Markusplatz findet sich in Warnemünde als flacher „Breitling“ wieder. Was kaum jemand weiß: Das damalige Örtchen war trotz seiner maritimen Lage in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein bekannter deutscher Industriestandort in Sachen Flugzeugbau. Auf dem wellenarmen Breitling starteten und landeten schon ab 1913 Aufsehen erregende Flugboote, sechs Jahre später wurde sogar eine Fluglinie Berlin-Warnemünde eingerichtet. Flugzeug-Pionier Ernst Heinkel hielt sich in diesen Jahren häufig in der Gegend auf. Genau wie der norwegische Meister-Maler Edvard Munch, der während seiner Berliner Jahre Anfang des 20. Jahrhunderts gern an der Steilküste Stoltera spazieren ging, um dort seine manisch-depressive Seele zumindest kurzzeitig baumeln zu lassen. Heute wie damals ist der Alte Strom die Lebensader Warnemündes. In den pittoresken Fischerhäuschen am einstigen Mündungsarm der Warnow haben sich inzwischen Dutzende von Restaurants, Cafés und Boutiquen etabliert, die dort kulinarische Spezialitäten und Kunsthandwerk aus der Region anbieten. Entstanden ist der „Strom“, der gar nicht so breit ist, im 14. Jahrhundert, weil der große Nachbar Rostock sich über Warnemünde den Zugang zum Meer langfristig sichern wollte. 1288 schon hatten die Ratsherren der wirtschaftlich planenden Hansestadt den Patrizier Rötger Horn beauftragt, den Ostseezugang in Warnemünde über Jahre auf 3,6 Meter Tiefe freizuschaufeln und damit schiffbar für die Hanseschiffe zu machen. Weil die Region aber immer mehr verlandete, war der Alte Strom von 1421 bis 1903 die einzige Wasserstraße zwischen Rostock und der Ostsee. Erst dann wurde parallel zum alten Flusslauf der Neue Strom, die heutige Rostocker Hafeneinfahrt, angelegt, auf dem nun Luxusliner, Fährschiffe und Großsegler an den Schaulustigen vorbeischippern, um dann im 2005 eröffneten Passagierterminal festzumachen. Die einstige Hafeneinfahrt ist heute ein Fischer- und Seglerhafen, der an der Westmole, einem der Wahrzeichen Warnemündes, endet. Sie ragt einen halben Kilometer in die Ostsee hinein und lockt mit ihrem zuckerfeinen, weißen Sandstrand. Zweites Wahrzeichen vor Ort ist der 32 Meter hohe Leuchtturm zu Beginn der Mole. 1897/98 erbaut, bietet er den besten Blick auf die Stadt, auf die Strände und das Meer. Hobby-Leuchtturmwärter ermöglichen übrigens während der Saison täglich den Zugang zur Plattform; wer es nicht schafft, die Treppen zur Plattform in luftiger Höhe zu erklimmen, kann sich mit dem Besuch eines der zahlreichen Events und Konzerte in seinem Schatten trösten. Oder sich das Treiben vom rechten Warnow-Ufer anschauen. Dort wurde an der „Hohe Düne“ ein neuer Yachthafen gebaut, mit einem großen Hotel und zwei Autofähren. Mit 150 Metern hat Warnemünde den breitesten Sandstrand der deutschen Ostseeküste. Und: 1883 wurde hier – und nicht auf Sylt – der erste Strandkorb Deutschlands aufgestellt… |